Was versteht man unter Euribor?
Euribor (Euro Interbank Offered Rate) ist der Zinssatz, zu dem sich Banken in der Eurozone gegenseitig Geld leihen, und zwar für unterschiedliche Laufzeiten (eine Woche, einen Monat, drei Monate, sechs Monate und ein Jahr). Dieser Zinssatz dient als Referenz für viele Finanzprodukte, insbesondere für die Berechnung des Zinssatzes für Hypotheken.
Wie erfolgt die Berechnung des Euribor?
Der Euribor wird auf der Grundlage der Zinssätze berechnet, die eine Gruppe führender Banken im Euro-Währungsgebiet (derzeit 18 Finanzinstitute) täglich dem European Money Markets Institute (EMMI) meldet. Die Zinssätze werden auf der Grundlage der Interbankengeschäfte berechnet, die von den Banken im Laufe des Tages getätigt werden, wobei die Extremwerte (oberer und unterer 15 %) ausgeschlossen werden, um einen repräsentativen Durchschnitt zu erhalten, der den realen Zinssatz für Kredite zwischen Banken in der Eurozone widerspiegelt.
Der Euribor reagiert sensibel auf die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Zwischen Oktober 2023 und Dezember 2024 fiel der 12-Monats-EURIBOR (12M) von 4,1 % auf 2,4 %, was auf die sinkende Inflation im Euroraum und die restriktivere Geldpolitik der EZB zurückzuführen war, die allmählich Wirkung zeigte. Ein weiteres Beispiel für die Sensibilität des Euribor gegenüber den Entscheidungen der EZB zeigte sich im Januar 2025, als er aufgrund der Rückkehr der Inflation in der Eurozone und infolge des Drucks auf die EZB, das Senken der Zinssätze einzuschränken, wieder zu steigen begann und 2,53 % erreichte.
In gewisser Weise spiegelt der heutige Euribor 12M den erwarteten Durchschnitt der kurzfristigen Zinssätze, wie die der EZB, für die nächsten 12 Monate wider (zuzüglich eines Aufschlags, der Faktoren wie das erwartete Gegenparteirisiko, den Grad der Liquidität im Finanzsystem und die Unsicherheit in Bezug auf die Geldpolitik berücksichtigt).
Die Erwartung einer Erhöhung oder Senkung der EZB-Zinssätze führt somit zu einem Anstieg oder einer Senkung des Euribor und damit zu einer Erhöhung oder Senkung der Kreditkosten für Familien und Unternehmen.
Entwicklung des Euribor im Jahr 2024
Im Jahr 2024 setzte sich der im Jahr 2023 begonnene Trend beim Euribor fort. Obwohl in den ersten Monaten des Jahres ein leichter Anstieg auf 3,72 % im März zu verzeichnen war, sank das Zinsniveau schließlich auf 2,44 % im Dezember 2024. Daher blieb im Jahresverlauf eine Schwankung zwischen 4 und 2,5 % bestehen, was einen Rückgang gegenüber dem Höchststand von knapp 4,2 % Ende 2023 darstellt. Diese Entwicklung spiegelt die Bemühungen der EZB wider, die Inflation zu kontrollieren und die Wirtschaft abzukühlen.